Nationalpark Mecklenburg Vorpommern

Naturlandschaften an Ostsee und Müritz
Subscribe

Nationalparks in Mecklenburg Vorpommern

August 10, 2008 By: kohler Category: Allgemein

Die Natur in Ruhe lassen, ist der wirksamste Schutz für die Natur. Verfolgt wird diese wichtige Ziel in Mecklenburg-Vorpommern überdurchschnittlich oft. Der Nationalpark Jasmund (Insel Rügen) an der Ostsee, der Müritz Nationalpark am namengebenden größten deutschen Binnensee in der Mecklenburgischen Seenplatte und der Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft, der sich vom Darss bis zur Küste von Rügen zieht.

Mit diese drei unetrschiedlichen Landstrichen beweist Mecklenburg-Vorpommern, daß die Natur ganz oben angesetzt wird: Das nörd-östliche Bundesland hat damit die meisten Nationalparke in Deutschland. Daneben existiren weitere Schutzgebietskategorien, die auch in Mecklenburg-Vorpommern zahlreich vertretn sind: di Biosphärenreservate und die Naturparke.

Wander-Weekend

Mai 06, 2012 By: kohler Category: Allgemein

Wandern in Mecklenburg-Vorpommern

Straße mit Kopfsteinpflaster

Unterwegs zwischen Ostsee und Müritz

Die Natur Mecklenburg-Vorpommerns beschenkt Wanderer reich: Drei Nationalparke, zwei Biosphären-Reservate und sechs Naturparke liegen im Nordosten. Hinter jedem Hügel wartet eine neue Überraschung auf Naturliebhaber und Outdoor-Fans. Die Jugendherbergen im Land sind ideale Ausgangspunkte für Entdeckungs-Touren mit der ganzen Familie.

An den Wochenenden im Mai und Juni bieten die Jugendherbergen in Mecklenburg-Vorpommern ein spezielles Reisepaket an: Das „Wander-Weekend“  beinhaltet zwei Übernachtungen mit Halbpension sowie ein Wander-Package bestehend aus Rucksack, Lunchpaket und Wanderkarte. Damit sind die Gäste  bestens gerüstet für ihren Naturtrip im Wander-Natur-Land Mecklenburg-Vorpommern. Wer statt per pedes lieber per Pedale die Umgebung unsicher macht, kann in vielen Häuser ein Fahrrad ausleihen.

Wie der DJH-Landesverband MV berichtet, kostet das „Wander-Weekend“ je nach Standort pro Person ab 45 Euro, Kinder von drei bis fünf Jahren reisen für nur 19 Euro mit. Die Buchung geht ganz einfach online auf www.jugendherbergen-mv.de/wander-weekend. Wer unschlüssig ist, von welchem Standort aus er Mecklenburg-Vorpommern erkunden will, kann sich montags bis freitags von 8 bis 18 Uhr an der Service-Hotline 0381 776670 zu allen Häusern und freien Betten beraten lassen.

Das „Wander-Weekend“ ist buchbar je nach Verfügbarkeit, Verlängerungsnächte sind zum regulären Übernachtungspreis zubuchbar. Die Preise gelten ggf. zuzüglich Kurtaxe vor Ort (je nach Standort). Die DJH-Mitgliedschaft ist für die Dauer des Aufenthaltes im Angebot enthalten.

Jugendherbergen in Mecklenburg-Vorpommern

Die Jugendherbergen des Deutschen Jugendherbergswerks (DJH) sind mehr als 100 Jahre alt und damals wie heute Spezialisten für junge und jung gebliebene Gäste. Mit 28 Jugendherbergen, ca. 500.000 Übernachtungen im Jahr und ca. 200 Beschäftigten ist der DJH-Landesverband der größte Jugendtourismusanbieter in Mecklenburg-Vorpommern. Die Jugendherbergen sind Teil einer weltumspannenden Idee, die mit über 4.000 Häusern in mehr als 80 Ländern für Begegnung, Austausch, Toleranz und Verständigung steht.

Foto: Thomas Kohler@Flickr CC-Lizenz

Von Alaska in die Mecklenburgische Provinz

Juli 13, 2011 By: kohler Category: mueritz, naturschutz

Die unordnende Hand der Natur – Praktikum im Buchen-Urwald Müritz, dem neuen Weltnaturerbe

Müritz Nationalpark

Natur Natur sein lassen - so das Motto im Müritz Nationalpark

Die ersten vier Kilometer auf dem Rad sind für Wolf Stein an jedem Morgen die härtesten. Sie führen über eine holprige Buckelpiste, wie sie der Globetrotter sonst nur aus den tiefen Wäldern Alaskas oder aus dem australischen Outback kennt. Anschließend muss der „Praktikant für die Umwelt“ weitere 16 Kilometer zurücklegen, um von der Unterkunft im Forsthaus Serrahn, mitten in seit über 200 Jahren unberührten Buchenwäldern gelegen, in sein Büro nach Hohenzieritz zu gelangen. Umso glücklicher ist Stein, wenn statt der Büroarbeit im Nationalparkamt Müritz Expeditionen anstehen. Erst recht, seit der Nationalpark von der UNESCO kürzlich zum Welterbe erklärt wurde. Schließlich hatte sich der 33-Jährige auf einen der insgesamt 50 Praktikumsplätze beworben, die die Commerzbank und EUROPARC Deutschland regelmäßig ausschreiben, um die Natur zu erleben und Menschen die Schätze der deutschen Nationalparks nahe zu bringen.

Der Wechsel zwischen Wildnis und Zivilisation ist für Stein, im Gegensatz zu vielen seiner sehr viel jüngeren Mitpraktikanten, nichts Neues. 2004 kündigte der Magdeburger seinen Radio-Job, um ins Traumland Australien aufzubrechen. Spätestens seit dieser Zeit im Outback zieht es ihn immer wieder raus aus dem bequemen Stadtleben. Seine extremste Erfahrung war dabei die Arbeit als Baumpflanzer in Kanada. Schlafen, pflanzen, essen, schlafen… und wieder pflanzen – allein in schweren Spezialstiefeln über gerodete Flächen und Hänge stapfen, um die geholzten Wälder wieder aufzuforsten. Wer diesen Knochenjob durchhält, ohne dem ständigen Wunsch, einfach aufzuhören, nachzugeben, verdient sich bei Kanadiern höchsten Respekt. Und nimmt die Erkenntnis mit, dass die „ordnende Hand des Menschen“, die Forstwirte so gern beschwören, Lücken hinterlässt, die nur mit größter Anstrengung wieder zu schließen sind.

Buchenwälder im Müritz-Nationalpark sind jetzt Weltnaturerbe

Wolf Stein hat seine extremen Erfahrungen als Baumpflanzer in einem Buch mit dem Titel „Ich sehe den Wald vor Bäumen nicht“ aufgeschrieben. Im Müritz-Nationalpark erlebt er nun täglich einen Buchenwald in seiner Urform, wie es ihn weltweit nur noch höchst selten gibt. Seit über 200 Jahren ist hier alles so gut wie unberührt. Was zunächst den traditionellen Jagdfreuden der Mecklenburger geschuldet war, ist heute vom Willen bestimmt, die Natur als „unordnende Hand“ walten zu lasten. Lange hatte das Gebiet auf der Anwartschaftsliste zum Weltnaturerbe gestanden, alle, die es lieben und pflegen, hatten die Daumen gedrückt. Jetzt, im Juni, folgte tatsächlich die Anerkennung – was zusätzlichen Schutz garantiert, denn mit den zu erwartenden höheren finanziellen Zuwendungen kann der Nationalpark zudem besser bewahrt und gleichzeitig für Kinder, Jugendliche und Erwachsene noch erlebbarer gemacht werden. Man muss nur Geduld haben, will man heutzutage miterleben, wie die Natur sich erholt vom Eingriff des Menschen.
Für Stein, der noch heute begeistert von Alaska und Australien schwärmt, sind diese Wälder ein Grund, sich in Zukunft in Deutschland für den Umweltschutz und ein ungestörtes Naturerleben einzusetzen. „Ich musste wohl erst mit einem 25 Kilogramm schweren Gürtel, gespickt mit Jungbäumen, durch das kanadische Unterholz kriechen, um hier in Serrahn herauszufinden, welche Naturschönheiten auch die eigene Heimat bietet“, so der im normalen Leben als freier Radioproduzent tätige Stein. Ohne die Erfahrungen in der freien Natur Kanadas und Australiens und seine dortigen Kontakte zu Rangern und Nationalpark-Angestellten hätte der Naturfreund jedenfalls nicht herausgefunden, welche Strukturen in Deutschland erst noch aufgebaut werden müssen.

Vom Junior-Ranger zum Nationalpark-Angestellten

Rapsfeld mit Mohnblüten

Sommer in der Müritzregion

Sein „Praktikum für die Umwelt“ begann Wolf, um sich auf ein Studium im weiten Bereich „Natur“ vorzubereiten. Als einziger nicht aktueller Student unter den 50 Teilnehmern macht er nun die Erfahrung, welche Arbeit es erfordert, pures Naturerleben in Deutschland für alle Generationen zu ermöglichen und attraktiv zu gestalten. Eines seiner aktuellen Projekte zeigt jedoch, dass etwas getan wird: Die meisten Expeditionen ins Umfeld seiner – übrigens mit Internet ausgestatteten – einfachen, aber bequemen Unterkunft gelten der Aktion „Junior-Ranger“. Hierbei sollen Kinder aus dem Umland, aber auch aus größeren Städten wieder lernen, unberührte Natur zu erleben. Stein schießt dabei laufend Fotos von wild wuchernden Moosen, umgestürzten hunderte Jahre alten Buchen und zuletzt sogar von einer neugierigen Kreuzotter. Mit diesen Aufnahmen soll später auf Prospekten und im Internet geworben werden. „In Zukunft“, so Stein, „sollen noch mehr Kinder und Jugendliche diese rohen, aber unfassbar schönen Wälder mit dem Wunsch verlassen, immer wieder in die Natur zurückzukehren.“

Nur so, wenn Menschen die Natur wieder von jung auf achten und lieben lernen, sei es möglich, unsere Naturschätze in Deutschland zu bewahren. Derzeit fehlt Stein für seinen Traumberuf Naturpark-Ranger jedoch die Perspektive: „Die Gelder müssen überall zusammengestrichen werden. Und da keine neuen Stellen geschaffen werden, ist die Altersstruktur unter den Angestellten der Naturparks nicht gerade optimal“. Umso wichtiger seien daher Projekte wie das „Praktikum für die Umwelt“. Und umso weniger treffen Stein Kritikerstimmen, die hinter dem Engagement von Sponsoren wie der Commerzbank lediglich Imagepflege vermuten. „Ohne Geld lässt sich auch im Umweltschutz nichts bewegen. Wenn nun 50 angehende Naturpark-Schützer drei Monate erleben, welche Schätze wir zu verlieren drohen, ist das im Ergebnis für alle und vor allem für die Umwelt ein Gewinn“, sagt Stein und blickt wieder ins Fernglas, um einen in der Ferne jagenden Fischadler zu beobachten.

Stein genießt diese Momente fernab von Straßen, Häusern und Menschenmassen sichtlich. Schon bald wird er in die Zivilisation zurückkehren und wieder eine Zeit lang als freier Radioproduzent arbeiten. Der nächste Schritt in Richtung Traumjob ist allerdings gemacht. Und dass er dabei trotz schützender Ranger-Kleidung unzählige Mückenstiche, bei der Honigernte sogar einige heftige Bienenattacken erleiden und etliche anstrengende Radtouren hinter sich bringen musste, tut Stein mit einem Lächeln ab. „Wenn ich am Abend mit einem Stück Kuchen zu Rudi und Anni in ihr einsames Waldhäuschen gehe, um mir Geschichten aus über 60 Jahren Leben in der Natur anzuhören, sind solche kleinen Strapazen vergessen.“ Das Paar lebt seit dem Kriegsende dort, wohin sich sonst nur gelegentlich Wanderer verirren, weil es keinen richtigen Weg zu ihrem Häuschen gibt, nur einen überwucherten Trampelpfad. Die beiden Originale sind quasi die einzigen Nachbarn der Forsthaus-Bewohner. Abgesehen von den Tieren. Sie leben ein typisches Einsiedlerleben, tief im Wald. Auch im hohen Alter noch. Es gibt also auch bei uns noch Menschen, die allein mit der Natur glücklich und alt werden können. Und selbst wenn dieser Lebensentwurf sicher die absolute Ausnahme bleiben wird – für Wolf Stein wäre es schon ein Fortschritt, wenn dank gesicherter Nationalpark-Strukturen wieder mehr junge Menschen ursprüngliche Natur erleben wollten – und würden.

Text: Gunnar Hassel/Pressestelle EUROPARC Vivian Kreft – Foto: Thomas Kohler@Flickr CC-Lizenz