Nationalpark Mecklenburg Vorpommern

Naturlandschaften an Ostsee und Müritz
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Junior Ranger im Müritz-Nationalpark

Juni 21, 2011 By: kohler Category: mueritz, naturschutz

Junge Naturschützer im Einsatz

Kanu

Spaß haben und die Natur schützen

Vom  17. bis 19. Juni 2011 trafen sich 27 Junior Ranger der vierten bis achten Klassen auf dem Gelände des Jugendwaldheims Steinmühle zu ihrem jährlich stattfindenden Camp. Wie das Nationalparkamt Müritz bereichtet, kamen die jungen Naturschützer von den aktiven Gruppen aus Groß Plasten, Groß Dratow, Blankensee und Wesenberg.

An den drei Tagen erlebten die Kinder ein umfassendes Naturerlebnisprogramm. Besonders gut kamen bei den Kindern die Abendbeobachtungen mit den Rangern an. Eine Gruppe hatte sogar das Glück, einen Biber beim Schwimmen beobachten zu können. Am Samstag fand eine Waldrallye mit vielfältigen Stationen rund um Steinmühle statt. Hier wurden von den Junior Rangern verschiedene Fertigkeiten gefordert, wie z. B. Hämmern wie ein Specht sowie Geräusche und Tierstimmen des Waldes erkennen. Während des Camps kam die Freizeit auch nicht zu kurz. So wurde im Schlesersee gebadet, es wurde gefilzt und es wurden Pfeifen gebaut.

Zum Abschluss des Camps absolvierten die jüngsten Junior Ranger einen Test. Sie erhielten daraufhin ein T-Shirt und eine Urkunde. Die Junior Ranger, die schon mehr als ein Jahr dabei sind, hatten anspruchsvolle Aufgaben zu erfüllen. Einige von ihnen hielten z. B. Vorträge. Zwei Kinder, die aufgrund ihres Alters nicht mehr in den Junior Ranger Gruppen mitwirken, betätigten sich bei dem Camp als Betreuer und gaben viel von ihrem Wissen und ihrer Erfahrung an die Jüngeren weiter.

EUROPARC Deutschland, der Dachverband der Nationalen Naturlandschaften, und die Umweltstiftung WWF initiierten das gemeinsame Umweltbildungsprogramm Junior Ranger im Jahr 2008. Die Kooperation führt langjähriges Umweltengagement (WWF) und bundesweite Erfahrung in der Bildungsarbeit der großen Schutzgebiete zusammen. Junior Ranger qualifizieren sich zu Botschaftern für Deutschlands wertvollste Naturlandschaften und erhalten mit dem Titel eine Art „Freischwimmer im Naturschutz“.

Weitere Informationen unter: www.junior-ranger.de. Foto: Thomas Kohler@Flickr CC-Lizenz

Inwertsetzung von Naturraum

März 25, 2011 By: kohler Category: mueritz, naturschutz

Läßt sich mit unberührter Natur Geld verdienen?

Steg im Nationalpark

Dezent und nützlich zugleich: behindertengerechte Wanderwege und Steganlagen im Müritz Nationalpark

Diese Frage beantwortet die Naturlandschaft Müritz Nationalpark ganz klar mit ja. Dennoch muß der Schutzgedanke der Region nicht anzweiter Stelle stehen: wo Nationalpark drauf steht, ist auch die höchste deutsche Naturschutzkategorie drin. Dennoch sind die finanziellen Auswirkungen für eine solche natürliche Region, die selbstverständlich kaum über Industrie- und Gewerbebetriebe verfügt, doch stärker, als man spontan vermuten würde.

Wie das Nationalparkamt Müritz in Hohenzieritz und das verantwortliche Landwirtschaftsministerium Schwerin (Minister Dr. Till Backhaus) in einer gemeinsamen Pressemitteilung erklärten, gibt der Nationlpark Müritz positive wirtschaftliche Impulse für die Region südliches Mecklenburg-Vorpommern. Einige Auszüge der jüngsten Erkenntnisse. Der durchschnittliche Besucher des Müritz-Nationalparks:

  • ist ein Übernachtungsgast aus Deutschland
  • ist und um die fünfzig Jahre alt
  • kommt hauptsächlich aus Nordrhein-Westfalen, Berlin, Sachsen, Niedersachsen
  • kommt und auch direkt aus Mecklenburg-Vorpommern
  • ist zum ersten Mal in der Region und verbringt hier etwa sieben Tage Urlau
  • will hauptsächlich Fahrrad fahren, die Natur beobachten und sich erholen
  • will in der Vor- und Nachsaison vor allem wandern
  • war der Nationalpark als Grund für die Reise in die Region der wesentliche Aspekt

Das sind einige Ergebnisse einer regionalökonomischen Studie zum Müritz-Nationalpark, die das Steinbeis-Transferzentrum Freizeit, Tourismus und Regionalforschung an der Universität Greifswald erstellte.

Landwirtschaftsminister Dr. Backhaus: „Die Nationalparke sind ein besonderer Anziehungspunkt und in der Tourismuswerbung nicht mehr weg zu denken. Bei Besucherumfragen des Tourismusverbandes rangieren sie im Angebot „Naturtourismus“ auf Platz 1. Sie stellen inzwischen eine eigene hochwertige touristische Destination dar und fungieren als Qualitätsmarke unseres Landes. Beeindruckend ist die Zahl der in den drei Nationalparken von den Mitarbeitern betreuten Gäste. Seit einigen Jahren liegt sie bei etwa 1 Million pro Jahr. 2010 waren es wieder knapp 1,1 Millionen“.

Gutshaus Boek

Besucherlenkung im Naturraum

Das Nationalparkamt Müritz hat mit seiner umsichtigen Besucherlenkung, die eine möglichst störungsfreie Naturbeobachtung ermöglicht, daran einen großen Anteil. Als Beispiele dafür gelten das Nationalpark- und das Kranich-Ticket als Angebote mit „Erlebnisgarantie“ und das Engagement für einen barrierefreien Tourismus. So gibt es inzwischen neun barrierefreie Besucherplattformen, zwei ebensolche Nationalpark-Informationen, eine Rollstuhl- und blindengerechte Ausstellung sowie einen für Blinde und Sehgeschädigte eingerichteter Erlebnispfad.

2010 zählte der Müritz-Nationalpark 375.000 Besucher. Das ist gegenüber 390.000 im Jahr 2004 ein leichter Rückgang. Dieser folgt dem Landestrend 2010 und ist wohl wesentlich auf die schlechte Witterung zurückzuführen. Interessant ist die Besucherkurve. Sie steigt von rund 10.000 je Woche in der Vorsaison Anfang Juni sprunghaft auf bis zu 20.000 Besucher pro Woche an. Der Tagesspitzenwert wurde 2010 am Pfingstsonntag mit bis zu 5.500 Besuchern erreicht. Die Naturschauspiele „Kranichzug“ und „Rotwildbrunft“ bewirken eine gewisse Saisonverlängerung im Herbst.

Der durchschnittliche Tagessatz (54 €) pro Besucher und der Netto-Umsatz sind von 11,9 Mio. € im Jahr 2004 auf nunmehr 18,2 Mio. € um mehr als 50 % gestiegen. „Darin spiegelt sich einerseits die Teuerungsrate (9%) und die abgesenkte Mehrwertsteuer im Beherbergungsbereich wider. Andererseits ist dies hauptsächlich Ausdruck eines gewachsenen Qualitätsbewusstseins der Gäste. Die Netto-Wertschöpfung stieg entsprechend von 6,9 Mio. € im Jahr 2004 auf nunmehr 10,4 Mio. €. Ausgedrückt in Vollzeitarbeitsplätzen entspricht das einem Wachstum von 628 auf 651“, so der Minister.

Die Studie belegt eindrucksvoll, dass es im Müritz-Nationalpark gelungen ist, den Schutzzweck für Natur und Landschaft zu wahren und gleichzeitig eine positive touristische Entwicklung mit entsprechender Wertschöpfung für die Region zu erzielen. „Die vom Land eingesetzten Mittel für die Nationalparkverwaltung, für Pflegemaßnahmen und Besucherlenkungseinrichtungen sind gut angelegtes Geld für eine nachhaltige Regionalentwicklung. Das Alleinstellungsmerkmal Müritz-Nationalpark wirkt im guten Zusammenspiel mit dem Tourismusverband Mecklenburgische Seenplatte als Markenzeichen und fördert Umsatz und Beschäftigung gerade im touristischen Bereich“, fasst der Minister die Ergebnisse der Studie zusammen.