Nationalpark Mecklenburg Vorpommern

Naturlandschaften an Ostsee und Müritz
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Inwertsetzung von Naturraum

März 25, 2011 By: kohler Category: mueritz, naturschutz

Läßt sich mit unberührter Natur Geld verdienen?

Steg im Nationalpark

Dezent und nützlich zugleich: behindertengerechte Wanderwege und Steganlagen im Müritz Nationalpark

Diese Frage beantwortet die Naturlandschaft Müritz Nationalpark ganz klar mit ja. Dennoch muß der Schutzgedanke der Region nicht anzweiter Stelle stehen: wo Nationalpark drauf steht, ist auch die höchste deutsche Naturschutzkategorie drin. Dennoch sind die finanziellen Auswirkungen für eine solche natürliche Region, die selbstverständlich kaum über Industrie- und Gewerbebetriebe verfügt, doch stärker, als man spontan vermuten würde.

Wie das Nationalparkamt Müritz in Hohenzieritz und das verantwortliche Landwirtschaftsministerium Schwerin (Minister Dr. Till Backhaus) in einer gemeinsamen Pressemitteilung erklärten, gibt der Nationlpark Müritz positive wirtschaftliche Impulse für die Region südliches Mecklenburg-Vorpommern. Einige Auszüge der jüngsten Erkenntnisse. Der durchschnittliche Besucher des Müritz-Nationalparks:

  • ist ein Übernachtungsgast aus Deutschland
  • ist und um die fünfzig Jahre alt
  • kommt hauptsächlich aus Nordrhein-Westfalen, Berlin, Sachsen, Niedersachsen
  • kommt und auch direkt aus Mecklenburg-Vorpommern
  • ist zum ersten Mal in der Region und verbringt hier etwa sieben Tage Urlau
  • will hauptsächlich Fahrrad fahren, die Natur beobachten und sich erholen
  • will in der Vor- und Nachsaison vor allem wandern
  • war der Nationalpark als Grund für die Reise in die Region der wesentliche Aspekt

Das sind einige Ergebnisse einer regionalökonomischen Studie zum Müritz-Nationalpark, die das Steinbeis-Transferzentrum Freizeit, Tourismus und Regionalforschung an der Universität Greifswald erstellte.

Landwirtschaftsminister Dr. Backhaus: „Die Nationalparke sind ein besonderer Anziehungspunkt und in der Tourismuswerbung nicht mehr weg zu denken. Bei Besucherumfragen des Tourismusverbandes rangieren sie im Angebot „Naturtourismus“ auf Platz 1. Sie stellen inzwischen eine eigene hochwertige touristische Destination dar und fungieren als Qualitätsmarke unseres Landes. Beeindruckend ist die Zahl der in den drei Nationalparken von den Mitarbeitern betreuten Gäste. Seit einigen Jahren liegt sie bei etwa 1 Million pro Jahr. 2010 waren es wieder knapp 1,1 Millionen“.

Gutshaus Boek

Besucherlenkung im Naturraum

Das Nationalparkamt Müritz hat mit seiner umsichtigen Besucherlenkung, die eine möglichst störungsfreie Naturbeobachtung ermöglicht, daran einen großen Anteil. Als Beispiele dafür gelten das Nationalpark- und das Kranich-Ticket als Angebote mit „Erlebnisgarantie“ und das Engagement für einen barrierefreien Tourismus. So gibt es inzwischen neun barrierefreie Besucherplattformen, zwei ebensolche Nationalpark-Informationen, eine Rollstuhl- und blindengerechte Ausstellung sowie einen für Blinde und Sehgeschädigte eingerichteter Erlebnispfad.

2010 zählte der Müritz-Nationalpark 375.000 Besucher. Das ist gegenüber 390.000 im Jahr 2004 ein leichter Rückgang. Dieser folgt dem Landestrend 2010 und ist wohl wesentlich auf die schlechte Witterung zurückzuführen. Interessant ist die Besucherkurve. Sie steigt von rund 10.000 je Woche in der Vorsaison Anfang Juni sprunghaft auf bis zu 20.000 Besucher pro Woche an. Der Tagesspitzenwert wurde 2010 am Pfingstsonntag mit bis zu 5.500 Besuchern erreicht. Die Naturschauspiele „Kranichzug“ und „Rotwildbrunft“ bewirken eine gewisse Saisonverlängerung im Herbst.

Der durchschnittliche Tagessatz (54 €) pro Besucher und der Netto-Umsatz sind von 11,9 Mio. € im Jahr 2004 auf nunmehr 18,2 Mio. € um mehr als 50 % gestiegen. „Darin spiegelt sich einerseits die Teuerungsrate (9%) und die abgesenkte Mehrwertsteuer im Beherbergungsbereich wider. Andererseits ist dies hauptsächlich Ausdruck eines gewachsenen Qualitätsbewusstseins der Gäste. Die Netto-Wertschöpfung stieg entsprechend von 6,9 Mio. € im Jahr 2004 auf nunmehr 10,4 Mio. €. Ausgedrückt in Vollzeitarbeitsplätzen entspricht das einem Wachstum von 628 auf 651“, so der Minister.

Die Studie belegt eindrucksvoll, dass es im Müritz-Nationalpark gelungen ist, den Schutzzweck für Natur und Landschaft zu wahren und gleichzeitig eine positive touristische Entwicklung mit entsprechender Wertschöpfung für die Region zu erzielen. „Die vom Land eingesetzten Mittel für die Nationalparkverwaltung, für Pflegemaßnahmen und Besucherlenkungseinrichtungen sind gut angelegtes Geld für eine nachhaltige Regionalentwicklung. Das Alleinstellungsmerkmal Müritz-Nationalpark wirkt im guten Zusammenspiel mit dem Tourismusverband Mecklenburgische Seenplatte als Markenzeichen und fördert Umsatz und Beschäftigung gerade im touristischen Bereich“, fasst der Minister die Ergebnisse der Studie zusammen.

Junge Menschen im Einsatz für die Natur

September 30, 2010 By: kohler Category: Allgemein, mueritz, naturschutz

Lust auf ein Open-Air-Semester im Müritz-Nationalpark? – Bewerbungsschluss 15. Januar 2011

Informationstafel Nationalpark

Foto (Volker Spicher): Studenten des „Praktikum für die Umwelt“ Jana Kärcher, Sebastian Kinowski und Benjamin Schulz (v. l. n. r.) bei ihrer Einführungswoche im Müritz-Nationalpark

Ab sofort können sich Studentinnen und Studenten aller Fachrichtungen um das „Praktikum für die Umwelt“ 2011 bewerben. In Kooperation mit EUROPARC Deutschland, dem Dachverband der Nationalen Naturlandschaften, ermöglicht die Commerzbank erneut Studierenden ein drei- bis sechsmonatiges Praktikum in insgesamt 26 teilnehmenden Nationalparks, Naturparks und Biosphärenreservaten in ganz Deutschland. Der Müritz-Nationalpark bietet im Zeitraum von April bis September 2011 wieder zwei Einsatzstellen an. Eine Stelle im Jugendwaldheim Steinmühle im Bereich Umweltbildung und eine Stelle direkt im Nationalparkamt Hohenzieritz im Bereich Öffentlichkeitsarbeit/Kommunikation. Die Kosten für die Unterkunft und ein monatliches Praktikantengehalt übernimmt die Commerzbank.

Als Praktikant in der Umweltbildung begleiten Sie Gruppen bei Projekten, führen vielfältige Programme selbständig durch und entwickeln Ideen für Projekte der Bildung für eine nachhaltige Entwicklung. Gute Gelegenheiten dafür bieten die alljährlich stattfindende Veranstaltungen, wie der Green Day, die Fledermausnacht oder die Junior-Ranger-Camps. Weitere Themen für 2011 sind unter anderen „Weltnaturerbe Buchenwälder Serrahn“, „Ferien-Ranger“ und „Bauspielplatz auf dem Gelände des Jugendwaldheims“.

Im vielseitigen Bereich Öffentlichkeitsarbeit ist Kreativität und Organisationstalent gefragt. Studierende werden verschiedene Veranstaltungen mit vorbereiten und durchführen. Ein Höhepunkt des Jahres ist dabei die Nationalpark-Woche im Herbst. Zudem ist die Mitarbeit an den Veröffentlichungen des Nationalparkamtes sowie die Pressearbeit des Amtes Aufgabenschwerpunkt.

Zum Begin ihres Praktikums belegen Sie ein mehrtägiges Einführungsseminar im Nationalpark Bayerischer Wald. Hier werden Sie übergreifend und umfassend auf Ihren Einsatz vorbereitet. Folgend lernen Sie in der ersten Woche des Praktikums den Müritz-Nationalpark kennen und erhalten Einblick in die Arbeitsfelder einer Naturschutz- und Forstbehörde. Das Praktikum bietet nicht nur intensive Naturerlebnisse mitten im „Land der Tausend Seen“, sondern auch wertvolle Erfahrungen. Nicht zu letzt diente das “Praktikum für die Umwelt” vielen Praktikanten als Sprungbrett für ihre berufliche Entwicklung.

Weiter Auskünfte zu den Praktika beim Nationalparkamt Müritz gibt Frau Schulz (Tel.: 039824/252-17; e.schulz@npa-mueritz.mvnet.de).

Weitere Informationen unter:
www.praktikum-fuer-die-umwelt.de

Quelle und weitere Informationen

Hendrik Fulda – Sachgebietsleiter Öffentlichkeitsarbeit, Kommunikation
Nationalparkamt Müritz, Schloßplatz 3, 17237 Hohenzieritz
Tel.: 039824/252-31
Mobil: 0173/2472612
Fax: 039824/252-50
www.nationalpark-mueritz.de