Nationalpark Mecklenburg Vorpommern

Naturlandschaften an Ostsee und Müritz
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Schutz des Weltnaturerbes

Januar 06, 2011 By: kohler Category: mueritz, naturschutz

2011 Internationales Jahr der Wälder

2011 - Internationales Jahr der WälderDie Vereinten Nationen haben das Jahr 2011 zum Internationalen Jahr der Wälder erklärt. Wie das Nationalparkamt Müritz in einer Pressemitteilung berichtet, wird sich der Nationalpark Müritz mit Veranstaltungen, Pressearbeit und weiteren Aktivitäten in diese weltweite Kampagne einbringen. Dabei wird er die Bedeutung der Nationalpark-Wälder für den Erhalt der Artenvielfalt in den Mittelpunkt rücken. Im Nationalpark haben die Wälder nicht nur eine wichtige Funktion beim Klimaschutz und für die Erholung der Bevölkerung und der Urlauber, sie sind vielmehr auch ein bedeutendes Rückzugsgebiet für seltene Pflanzen und Tiere.

Ohne den lenkenden Eingriff des Menschen wären weite Teile Mitteleuropas von Buchenwälder bewachsen. Es gibt aber in Deutschland nur noch winzige Reste naturnaher Buchenwälder. Im Serrahner Teilgebiet des Müritz-Nationalparks wächst einen Buchenwald der erahnen lässt, wie Buchenurwälder in Deutschland einstmals ausgesehen haben. Sein besonderer Wert liegt darin, dass die Wälder hier seit fünfzig Jahren nutzungsfrei sind. In diesem Jahr wird die Entscheidung fallen, ob die Wälder um Serrahn als  UNESCO-Weltnaturerbestätte anerkannt werden.

Auch andernorts im Nationalpark gibt es für die Artenvielfalt wertvolle Wälder. So gehört der Useriner Horst im Müritzer Teilgebiet zu den artenreichsten Naturwaldreservaten in Mecklenburg-Vorpommern. Beispielgebend seien hier holzbewohnende Käfer benannt. Wissenschaftler stellten hier 602 Arten fest, davon 130 Spezies die bedroht sind und in den Roten Listen von Mecklenburg-Vorpommern und Deutschland stehen. Fünf Arten wurden erstmals in Mecklenburg-Vorpommern entdeckt und vier Käferarten nach 50 bzw. 100 Jahren wiedergefunden.

72 % der Nationalpark-Fläche sind mit Wald bedeckt. Dort, wo Kiefern in Reih und Glied stehen, sind die Wälder von Menschenhand gepflanzt. Vielerorts ist inzwischen zu sehen, dass sich Laubbäume unter den Kiefern ausbreiten. Das ist ein Ergebnis von natürlicher Waldverjüngung und damit einer Gratisleistung der Natur. Die von der Nationalparkverwaltung durchgeführte Waldbehandlung und Wildbestandregulierung sorgen dafür, dass die jungen Laubbäume eine Chance haben. So wird eine Entwicklung hin zu natürlichen Wäldern im Nationalpark befördert.

Im Rahmen des Internationalen Jahr der Wälder wird im es Müritz-Nationalpark eine Reihe von Sonderveranstaltungen geben. Diese reichen von Umweltbildungsveranstaltungen unter dem Titel „Träume eines Baumes“ über das Thema Wald und Literatur bis hin zu Exkursionen und Führungen ins potentielle UNESCO-Weltnaturerbe.

Wildfütterung im Winter schadet eher als es nutzt

Dezember 16, 2010 By: kohler Category: mueritz, naturschutz

Wald

Dicke Schneedecke im Wald - wilde Tiere kommen im Winter dennoch klar

Möhren gehören an den Schneemann und nicht in den Wald – Wildfütterung nicht notwendig und nicht erlaubt

Aufgrund aktueller Ereignisse weist das Nationalparkamt Müritz in einer aktuellen Pressmitteilung darauf hin, dass das Wild auch bei der momentan Witterung nicht gefüttert werden darf. Nach Landesjagdgesetz und nach der Nationalpark-Jagdverordnung ist eine Fütterung außerhalb der sogenannten „Notzeit“ ohnehin untersagt. Diese wird von der Jagdbehörde gegebenenfalls gesondert ausgerufen. Auch dann darf artgerechtes Futter nur von den örtlichen Jägern ausgebracht werden, nicht von der Bevölkerung.

Alle Wildtiere sind seit Jahrtausenden an strenge Winter angepasst und überstehen ihn ohne menschliche Hilfe. Sie verfügen z.B. über entsprechende Reserven aus den nahrungsreichen Zeiten, außerdem ändern sie bei niedrigeren Temperaturen ihr Verhalten und bewegen sich weniger. Dadurch verbrauchen sie weniger Energie. Insofern kann ihnen am meisten geholfen werden, wenn sie möglichst nicht beunruhigt werden.

Die kalte Jahreszeit ist im übrigen für den natürlichen Vorgang der Auslese von Bedeutung. Nur sehr geschwächte oder kranke Tiere werden Opfer der Witterung. Das Ausbringen von Nahrung ist ein Ausdruck falsch verstandener Tierliebe. Aktuell wurden z. B. in der Nähe von Schwarzenhof in mehreren Fällen Möhren ausgebracht. Als Nase eines Schneemanns wären die besser geeignet gewesen.

Foto: Thomas Kohler@Flickr CC-Lizenz

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